Pilotprojekte
Entsorgung von Staudenknöterich
Wir wollen Sie stets bestens beraten. Deshalb prüfen wir unsere Empfehlungen genau. Und laden Sie ein dies ebenfalls zu tun.
In diesem Fall haben wir oberirdische Pflanzenteile des Staudenknöterich in der Natur zurück gelassen. Wir wissen bereits, dass diese nicht anwurzeln werden. Wenn Sie es nicht glauben, dann rufen Sie uns an. Wir führen Sie gern exakt an den Ort, wo dieser Grünschnitt am 21.06.2026 abgelegt wurde. Er wird sich einfach zersetzen. Es ist weder nötig noch sinnvoll ihn zu transportieren und aufwändig zu entsorgen. Der Umwelt und sich selbst zuliebe – lassen Sie den Knöterich einfach verrotten.
Über die Entsorgung von Staudenknöterich existieren viele Mythen. Natürlich ist die Pflanze hoch regenerativ aber zaubern kann sie nicht. Wir empfehlen, die Stängel nach einer Elektrobehandlung nicht zu beräumen. Vielmehr können sie an Ort und Stelle der Zersetzung überlassen werden. Dies ist ein ganz natürlicher Prozess, dem der Staudenknöterich seine oberirdischen Teile jedes Winterhalbjahr auf’s neue überlässt.
Wenn z. B. aus ästhetischen Gründen eine Beräumung erforderlich ist, kann die Trocknung auch an einem anderen geeigneten Ort erfolgen. In unserer Anfangszeit lagerten wir die Stängel hierfür sicherheitshalber auf einer Betonfläche. Aber das wäre, wie wir heute wissen, gar nicht erforderlich gewesen. Auch auf dem blanken Erdboden wurzeln sie nicht an. Wir empfehlen, sie in frischem Zustand nur max. 40cm hoch zu stapeln, damit die Stängel nicht zu stark an den Boden gedrückt werden. Außerdem trocknen sie um so schneller, je flacher sie liegen. Gut durchgetrocknet und vollständig abgestorben können sie in den Häcksler oder direkt kompostiert werden.
Am schnellsten trocknen die Stängel wie gesagt, wenn sie nach der Behandlung einfach dort liegen bleiben, wo sie hinfallen. Bei unserem Pilotprojekt „Dresden Mobschatz – Staudenknöterich“ war es allerdings erforderlich, die Stängel vor der Behandlung zu kürzen und beiseite zu schaffen, um die Strombehandlung nicht zu behindern. Wir haben sie seitlich abgelagert, wie auf dem Foto zu sehen. Und das war’s. Kein Aufwand. Keine Kosten. Kein Problem.

Übrigens: Falls sie sich ebenfalls einmal gezwungen sehen, den Staudenknöterich vor der Strombehandlung zu kürzen – tun sie es am gleichen Tag, erst unmittelbar vor der Behandlung und am besten sukzessive!
Warum erst kurz zuvor? Die Pflanze sendet sofort interne Signale bzw. Botenstoffe, welche andere Pflanzenteile über den „Angriff“ informieren. Dieser Mechanismus ermöglicht es, dass sich die Erdkriechsprossen des Staudenknöterich nach Bekämpfungsversuchen wie Mahd, Abbrennen oder Abdeckung rasant in die Umgebung ausbreiten. Die Pflanze erobert neue Flächen, um so ihre Überlebenschancen zu erhöhen. Ist der Ausbreitungsmechanismus erst einmal getriggert worden, können Sie dies nicht mehr rückgängig machen; das Unheil nimmt dann seinen Lauf. Die Strombehandlung selbst löst übrigens keine solche Reaktion aus; ihr gegenüber ist der Knöterich hilflos.
Warum sukzessive? Würden sie einen größeren Bestand in einem Durchgang einkürzen wollen, müssten sie hinein gehen. Dabei werden sie unweigerlich Stängel umknicken oder gar niedertreten. Diese können dadurch (mehr) Kontakt zu benachbarten Pflanzen bzw. zum Erdboden bekommen. Die Folge – der Behandlungsstrom nimmt den falschen Weg. Er fließt dann (teilweise) über andere Pflanzen oder direkt in die Erdoberfläche, anstatt durch die Wurzel der behandelten Pflanze – der Bekämpfungserfolg sinkt. Zudem kann es sein, dass Sie umgeknickte Pflanzen nachher mit bereits behandelten Pflanzen verwechseln, was fatal wäre.
Wie macht man es also richtig? Benutzen Sie eine lange Astschere oder ähnliches. Schneiden Sie nur so viele Stängel ab, wie Sie erreichen können ohne ungewollte Beschädigungen auszulösen. Schaffen Sie sich aber genügend Freiraum, um gefahrlos arbeiten zu können. Beachten Sie dazu unbedingt unsere Sicherheitsanweisungen und Schulungs-Inhalte. Dann beaufschlagen Sie diejenigen Stängel mit dem Behandlungsstrom, bei denen dies gefahrlos möglich ist. Anschließend kürzen Sie weitere Stängel in der beschriebenen Weise und so arbeiten Sie sich sukzessive durch den ganzen Bestand.
Muss dieser Aufwand sein? Nein – es gibt eine sehr gute Alternative – behandeln Sie die Sprosse im Frühjahr, wenn sie noch klein genug sind. Viel Erfolg!
Pirna – Japanischer Staudenknöterich
Projektpartner:
- Stadtverwaltung Pirna
- Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
Vorgeschichte:
Im August 2025 erreichte uns eine Anfrage der Stadtverwaltung Pirna, Fachdienst Grünflächen, SB Grünflächen, Klimaanpassung. Auf einer kommunalen Fläche, am Rande einer extensiven Grünfläche, befand sich ein kleiner Befall an Japanischem Staudenknöterich.

Man hatte den Wunsch, die Pflanze aus dem Bestand entfernen lassen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Glücklicherweise folgte die Behörde unserem Rat und unternahm lediglich eine fachgerechte Einhegung, vermied aber falsche Bekämpfungsversuche. Ein Jahr später war es endlich so weit, dass wir die Bekämpfung starten konnten. Wir vereinbarten eine Begleitung des Projektes durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), welches unmittelbar zuvor eine präzise Dokumentation des Versuchsobjektes veranlasste.
Bekämpfung:
Am 12.08.2026 fand die Erstbekämpfung statt. Am 08.09.2026 wurde die erste Nachbehandlung durchgeführt.



Zwischenstand:
Die Bekämpfung verlief bislang erwartungsgemäß. Aufgrund des späten Starts im Jahr wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht möglich sein, den Bestand während der Vegetationsperiode 2026 final zu vernichten. Nach der Winterpause werden die Arbeiten fortgeführt.
Ergebnis:
Über die endgültigen Ergebnisse des Projektes werden wir an dieser Stelle zu gegebener Zeit berichten.
Foto vom 7. August 2025 mit freundlicher Genehmigung der Stadtverwaltung Pirna
Fotos vom 12. August 2026 von Dirk Sukow (colorpicture.de)
Dresden Mobschatz – Staudenknöterich
Projektpartner: Bio-Landwirtschaftsbetrieb Marie-Anjel Gust
Vorgeschichte:
Auf einer kleinen Lichtung an einem gehölzbestandenen Nordwesthang hatte sich der Staudenknöterich etabliert. Etliche Jahre zuvor war er aus Unwissenheit mehrfach abgemäht worden, was naturgemäß zu einer zügigen Ausbreitung in die Umgebung führte. Die Maßnahmen wurden nach dieser Beobachtung gestoppt. Besonders interessant ist in diesem Fall, dass sich der Knöterich daraufhin wieder auf seinen ursprünglichen Standort beschränkte. Höchstwahrscheinlich führten die sonnenabgewandte Hanglage sowie der gesunde Baumbestand zu einer so starken Abschattung, dass der Knöterich sich für die Lichtung entschied. Dort entwickelte er in den Folgejahren wieder eine enorme Blattmasse, breitete sich jedoch nicht erneut aus.
Bekämpfung:
In der ersten Maihälfte 2026 wäre der optimale Zeitpunkt zum Beginn des Elektroherbizid-Einsatzes gewesen.


Leider gab es zu diesem Zeitpunkt ein vorübergehendes technisches Problem mit unserem Versuchsgerät. Ein späterer Behandlungsbeginn ist grundsätzlich möglich, allerdings nur mit erhöhtem Aufwand. Bei dieser Aufwuchshöhe besteht nämlich die akute Gefahr von Stromschlägen, weshalb die Stängel unmittelbar vor der Strombehandlung gekürzt werden müssen.


Am 21.06.2026 führten wir dann die Erstbehandlung durch. Zum Vergleich hatten wir zunächst 3 Exemplare unbehandelt gelassen, wovon wir jedoch im weiteren Verlauf Abstand nahmen, um die Photosynthese vollständig zum Erliegen zu bringen. Bis zum 07.09.2026 wurde etwa monatlich der Nachtrieb behandelt.


Vorläufiges Ergebnis:
Bei der vorläufig letzten Kontrolle am 21.09.2026 wurde 1 Trieb von ca. 40 cm sowie 2 weitere kleine Triebe daneben entdeckt. Auf der restlichen Fläche ist keine Vitalität des Staudenknöterichs mehr beobachtbar. Die heimische Vegetation nimmt die Fläche sukzessive wieder in Anspruch.




Rückschlüsse:
Die in einem engen Radius vorgefundenen Triebe legen die Vermutung nahe, dass der Staudenknöterich trotz der späten Jahreszeit auch an weiteren Stellen austreiben würde, wenn er denn könnte. Ein optimaler Behandlungsbeginn bereits im Mai hätte das Ergebnis höchstwahrscheinlich nochmals verbessert. Die lokal verbliebene und sehr schwache Lebenskraft des Rhizoms kann voraussichtlich mit geringem Aufwand endgültig getilgt werden. Dies ist essenziell wichtig, um eine Regeneration des Bestandes und erneuten Bekämpfungsaufwand zu verhindern. Außerdem sollte die Fläche im Mai/Juni 2027 sicherheitshalber nachkontrolliert werden.
Ergebnis:
Über das endgültige Ergebnis des Pilotprojektes werden wir an dieser Stelle 2027 berichten.
