Staudenknöterich bekämpfen

Bezeichnungen

Die wis­sen­schaft­li­che Be­zeich­nung des Ja­pa­ni­schen Stau­den­knö­te­richs lau­tet „Fallo­pia ja­po­nica“. Da­ne­ben gibt es Syn­onyme wie zum Bei­spiel „Reyn­ou­tria ja­po­nica“ und „Po­ly­go­num cu­spi­da­tum“. Häu­fig wird die Kurz­form „Ja­pan­knö­te­rich“ ver­wen­det, aber auch Be­griffe wie „Kamtschatka-​Knöterich“ oder „Rie­sen­stau­den­knö­te­rich“.

Verwandte

Der Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich weist große Ähn­lich­kei­ten mit dem sel­te­ne­ren Sachalin-​Staudenknöterich (Fallo­pia sa­cha­li­nen­sis) auf. Des­sen Name be­ruht auf sei­ner Her­kunft von der In­sel Sa­cha­lin. Er wächst noch hö­her als der Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich und hat grö­ßere Blät­ter. Am ein­fachs­ten kann man sie an der Blatt­be­haa­rung un­ter­schei­den. Im Ge­gen­satz zum Ja­pa­ni­schen Stau­den­knö­te­rich weist der Sachalin-​Staudenknöterich eine deut­li­che Be­haa­rung an der Blatt­un­ter­seite auf.

Dar­über hin­aus gibt es Hy­bride, wel­che zum Bei­spiel als Bastard-​Staudenknöterich oder Böh­mi­scher Stau­den­knö­te­rich be­zeich­net wer­den. Sie ent­stan­den wahr­schein­lich erst in jün­ge­rer Zeit in Eu­ropa durch Kreu­zung des Sachalin- und des Ja­pa­ni­schen Stau­den­knö­te­rich bzw. durch Rück­kreu­zun­gen der Hy­bride mit den El­tern­ar­ten. Ty­pisch für die Hy­bride ist eine Be­haa­rung der Blatt­adern.

Ne­ben den Wild­ty­pen exis­tie­ren Züch­tun­gen wie Ig­nis­cum. Durch ihre Stand­ort­treue soll sich diese Va­ri­ante we­ni­ger stark aus­brei­ten. Den­noch sollte der ge­werb­li­che An­bau kri­tisch be­trach­tet wer­den. Der wirt­schaft­li­che Nut­zen, zum Bei­spiel zur En­er­gie­ge­win­nung, ist min­des­tens um­strit­ten.

Herkunft

Wie der Name schon er­ah­nen lässt, stammt die Spe­zies ur­sprüng­lich aus dem asia­ti­schen Raum und kommt z. B. in Ja­pan, Ko­rea, China und Tai­wan vor. In vie­len heu­ti­gen Ver­brei­tungs­ge­bie­ten, so auch im deutsch­spra­chi­gen Raum, han­delt es sich um eine ein­ge­schleppte Art, ei­nen so­ge­nann­ten Neo­phy­ten. Der äu­ßerst in­va­sive Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich wird so­gar den 100 ge­fähr­lichs­ten Neo­biota der Welt zu­ge­rech­net.

Geschichte

So­wohl der Ja­pa­ni­sche als auch der Sachalin-​Staudenknöterich wur­den im 19. Jahr­hun­dert ge­zielt nach Eu­ropa ein­ge­führt. Man ver­sprach sich ei­nen Nut­zen zur Be­grü­nung von Bö­schun­gen, als Fut­ter­pflanze für Rot­wild im Forst, als De­ckungs­pflanze für Fa­sane oder als herbst­li­che Bie­nen­weide. Der Stau­den­knö­te­rich er­wies sich je­doch als über­wie­gend un­ge­eig­net für diese Pläne. Heute fin­det man ihn zum Bei­spiel noch als Zier­pflanze oder Sicht­schutz in Gär­ten.

Beschreibung

Foto mit wucherndem StaudenknöterichDer Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich bil­det dicht an­ein­an­der­ge­reihte, röh­ren­för­mige Stän­gel mit ei­ner Wuchs­höhe von bis zu 4 Me­ter, die eine ge­wisse Ähn­lich­keit mit Bam­bus auf­wei­sen. Die gro­ßen, wech­sel­stän­di­gen Laub­blät­ter kön­nen den dar­un­ter lie­gen­den Bo­den na­hezu voll­stän­dig be­schat­ten. Der Stau­den­knö­te­rich bil­det un­ter­ir­di­sche Rhi­zome als Spei­cher­or­gane so­wie zur la­te­ra­len Aus­brei­tung. Es wur­den Wur­zeln in bis zu 7 Me­ter Tiefe lo­ka­li­siert. Im Win­ter­halb­jahr ist der Ober­bo­den im Be­reich von gut eta­blier­tem Stau­den­knö­te­rich quasi blank. Im Früh­jahr trei­ben an den Köp­fen der Erd­kriech­spros­sen neue Stän­gel, die bis zu 30 Zen­ti­me­ter täg­lich auf­wach­sen kön­nen. Im Hoch­som­mer nei­gen sich die aus­ge­wach­se­nen Stän­gel schräg bis waa­ge­recht. Ab Au­gust bil­den sich weiß­li­che Blü­ten­stände. Zum Jah­res­ende hin wel­ken die Blät­ter, und beim ers­ten Frost ster­ben die ober­ir­di­schen Teile ab. Das Rhi­zom über­lebt den Win­ter pro­blem­los und schlägt im dar­auf­fol­gen­den Früh­jahr er­neut aus.

Vorkommen

Der Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich ist re­la­tiv an­spruchs­los und kann fast über­all sein wu­chern­des Wachs­tum ent­fal­ten. Man fin­det ihn bis auf ca. 1.500 Me­ter über NHN. Er mag es kalk­arm und feucht. Zeit­weise Über­flu­tun­gen ma­chen ihm nicht viel aus, dau­er­haft nasse Füße mag er hin­ge­gen we­ni­ger. So kann man zum Bei­spiel an Bin­nen­ge­wäs­sern mit re­gel­mä­ßi­gen Pe­gel­schwan­kun­gen von meh­re­ren Me­tern sehr gut be­ob­ach­ten, dass der Knö­te­rich den Hub-​Bereich mei­det und nur ober­halb der höchs­ten Pe­gel wächst. Dies ist zum Bei­spiel ty­pisch für die Elbe mit ih­ren deut­li­chen sai­so­na­len Pe­gel­un­ter­schie­den und die We­ser mit ih­rem star­ken Ti­den­hub.

Vermehrung

In Eu­ropa ist der Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich ein Neo­phyt. Hier do­mi­niert die klon­ale Ver­meh­rung, was teils zu rie­si­gen, ge­ne­tisch iden­ti­schen Be­stän­den führt. Die ge­ne­ra­tive Ver­meh­rung über Sa­men spielt hin­ge­gen eine un­ter­ge­ord­nete Rolle, da bei uns fast nur weib­li­che Pflan­zen vor­kom­men und keine keim­fä­hi­gen Sa­men ge­bil­det wer­den.

Der Stau­den­knö­te­rich bil­det ein dich­tes Ge­flecht so­ge­nann­ter Rhi­zome aus; da­bei han­delt es sich um Erd­kriech­spros­sen, wel­che durch la­te­rale Aus­brei­tung rasch neue Le­bens­räume er­schlie­ßen kön­nen. Be­reits win­zige Rhi­zom­teile ge­nü­gen zur Bil­dung neuer Be­stände. Aber auch Spross­teile, ins­be­son­dere aus dem un­te­ren Be­reich, kön­nen an je­dem Kno­ten be­wur­zeln, so­fern die Um­ge­bungs­be­din­gun­gen hier­für ge­eig­net sind.

Nutzung

Wie be­reits im Ab­schnitt „Ge­schichte“ be­schrie­ben, er­wie­sen sich die meis­ten Träume zur Nut­zung des Stau­den­knö­te­richs als Schäume. Im asia­ti­schen Raum gilt er als Heil­pflanze, wahr­schein­lich da er eine gute Resveratrol-​Quelle dar­stellt. Die­ser or­ga­ni­schen Ver­bin­dung wer­den the­ra­peu­ti­sche Wir­kun­gen nach­ge­sagt. Als Tee wird eine ähn­li­che Kon­zen­tra­tion des Stof­fes wie in Rot­wein be­schrie­ben.

Junge Sprosse, etwa bis Spargel-​Größe, kön­nen zum Bei­spiel wie die­ser zu­be­rei­tet und ver­zehrt wer­den. In China und Ja­pan wird die Wur­zel me­di­zi­nisch ver­wen­det. Man­che Quel­len be­haup­ten, man könne sehr junge Triebe auch roh es­sen. Es wer­den je­doch Schwermetall-​Belastungen be­schrie­ben, siehe Ab­schnitt „Gif­tig­keit“.

Singvögel

Ver­schie­dene Pu­bli­ka­tio­nen be­schrei­ben den Stau­den­knö­te­rich als Nest­stand­ort für Sing­vö­gel. Hier­auf ist bei der Be­kämp­fung in je­dem Falle Rück­sicht zu neh­men. Ein ge­ne­rel­les Be­kämp­fungs­ver­bot wäh­rend der Brut­zeit dürfte den Wunsch­vor­stel­lun­gen selbst­er­nann­ter Na­tur­schüt­zer ent­stam­men, wel­che bei der er­for­der­li­chen Ab­wä­gung of­fen­bar das öko­lo­gi­sche Schad­po­ten­zial des Knö­te­richs mas­siv un­ter­schät­zen. Ein ab­so­lu­tes Ver­bot wäre nur dann ge­recht­fer­tigt, wenn ge­schützte Tier­ar­ten un­mit­tel­bar ge­fähr­det wer­den.

Laut Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz § 39 ist es ver­bo­ten, wild le­bende Tiere mut­wil­lig zu be­un­ru­hi­gen oder ihre Le­bens­stät­ten ohne ver­nünf­ti­gen Grund zu zer­stö­ren. Bei nach­weis­li­chem Be­stand von Nes­tern dür­fen Be­kämp­fungs­maß­nah­men die Tiere dem­entspre­chend we­der stö­ren noch schä­di­gen.

Giftigkeit

Der Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich ist an sich un­gif­tig. Vor­sicht ist den­noch ge­bo­ten. Es gibt Hin­weise, dass die Pflanze bei­spiels­weise Schwer­me­talle aus be­las­te­ten Bö­den an­rei­chert, wel­che bei Ver­zehr in den Kör­per ge­lan­gen und ge­sund­heit­li­che Schä­den ver­ur­sa­chen kön­nen.

Schäden

Der Ja­pa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich be­sitzt ein enor­mes Schad­po­ten­zial. Dies be­trifft un­ter an­de­rem die Bo­den­be­schaf­fen­heit, Bio­di­ver­si­tät, Bo­den­ero­sion, Über­flu­tungs­ge­fahr, Si­cher­heits­pro­bleme und Bau­schä­den. Es gibt Hin­weise, dass seine Wur­zeln in der Lage sind, die Stick­stoff­ver­füg­bar­keit für kon­kur­rie­rende Pflan­zen zu re­du­zie­ren. Er do­mi­niert und ver­drängt nach­hal­tig die hei­mi­sche Flora, nebst Aus­wir­kun­gen auf Fauna und Me­so­fauna. Da bei do­mi­nan­ten Be­stän­den der Ober­bo­den etwa die Hälfte des Jah­res blank liegt, kommt es zu ver­stärk­ten Aus­spü­lun­gen bis hin zur De­sta­bi­li­sie­rung gan­zer Ufer- oder sons­ti­ger Bö­schungs­be­rei­che. Mitt­ler­weile füh­ren man­che Be­stände zu Verkehrssicherheits-​Problemen auf­grund ein­ge­schränk­ter Ein­seh­bar­keit von Ver­kehrs­we­gen. Die Rhi­zome kön­nen Be­ton und Asphalt schä­di­gen und teil­weise so­gar durch­drin­gen. Be­trof­fene Bau­werke sind teil­weise nicht mehr ver­si­cher­bar.

Regulierung

Der Um­gang mit der Pro­blem­pflanze könnte un­ter­schied­li­cher nicht sein. Al­ler­dings ist die Si­tua­tion dy­na­misch. Bis zum Re­dak­ti­ons­schluss la­gen bei­spiels­weise die fol­gen­den Er­kennt­nisse vor:

  • In der Schweiz und in Groß­bri­tan­nien sind of­fen­bar der Ver­kauf, die Ver­meh­rung, die An­pflan­zung und die Dul­dung von Ja­pa­ni­schem Stau­den­knö­te­rich ver­bo­ten.
  • Auf der eu­ro­päi­schen Uni­ons­liste in­va­si­ver Ar­ten ist der Stau­den­knö­te­rich hin­ge­gen nicht auf­ge­führt.
  • In Deutsch­land gibt es, zu­min­dest den Sied­lungs­raum be­tref­fend, keine ge­setz­li­chen Ver­bote von Stau­den­knö­te­rich. Er ist nach wie vor als Gar­ten­pflanze er­hält­lich, wenn­gleich der Zen­tral­ver­band Gar­ten­bau den Ver­zicht emp­fiehlt. Das Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz ver­bie­tet al­ler­dings all­ge­mein die An­pflan­zung nicht hei­mi­scher Ar­ten in der freien Na­tur.

Das Bun­des­amt für Na­tur­schutz hat den Ja­pa­ni­schen Stau­den­knö­te­rich in seine na­tio­nale „Schwarze Liste“ auf­ge­nom­men. Auf­grund sei­ner Ver­brei­tung steht er je­doch nicht mehr in der Ak­ti­ons­liste zur Früh­erken­nung und So­fort­maß­nah­men. Die Art wird un­ter „Ma­nage­ment“ ge­führt, da dem Mi­nis­te­rium (noch) keine er­folgs­ver­spre­chen­den Maß­nah­men be­kannt sind bzw. das Vor­kom­men schon so groß­räu­mig ge­wor­den ist, dass Maß­nah­men nur in Ein­zel­fäl­len sinn­voll sind.

Falsche Bekämpfung

Alle ge­bräuch­li­chen Bekämpfungs-​Methoden ha­ben eine Ge­mein­sam­keit: Sie sind nicht ge­eig­net, den Stau­den­knö­te­rich aus­zu­rot­ten. Ei­nige die­ser Ver­fah­ren ha­ben eine wei­tere, äu­ßerst tü­cki­sche Ei­gen­schaft. Sie ver­an­las­sen die Pflanze zu ei­ner schnel­le­ren Aus­brei­tung und füh­ren so zu ei­nem noch hö­he­ren Be­kämp­fungs­auf­wand.

Der Stau­den­knö­te­rich er­kennt, wenn er mehr­fach ab­ge­mäht oder dau­er­haft ab­ge­deckt wird, sehr schnell die of­fen­bar ver­schlech­ter­ten Um­ge­bungs­be­din­gun­gen. Er re­agiert dar­auf, in­dem er nach neuen Le­bens­räu­men sucht. Zu die­sem Zweck treibt die Pflanze ihre Kriech­spros­sen mit ho­her Ge­schwin­dig­keit in die Um­ge­bung und „er­kun­det“ die Ver­hält­nisse in der Nach­bar­schaft.

Wo der Knö­te­rich bes­sere Be­din­gun­gen fin­det, bil­det er rasch neue, dichte Be­stände. An­dern­falls „sucht“ er wei­ter. Da die neuen Triebe nach der Mahd schwä­cher wir­ken als die al­ten, ge­winnt man­cher den Ein­druck ei­ner er­folg­rei­chen Zu­rück­drän­gung. Doch die­ser Ein­druck täuscht, denn das wahre Pro­blem wächst un­sicht­bar un­ter der Erde – jetzt erst recht.

Richtige Bekämpfung

Foto mit abgestorbenem Japanischen KnöterichEs ist not­wen­dig, die Wur­zeln des Stau­den­knö­te­richs zu zer­stö­ren. Elek­tri­scher Strom kann durch die na­tür­li­chen Leit­sys­teme der Pflanze flie­ßen und be­lie­big tief ein­drin­gen. Die spe­zi­el­len Strom-​Formen der Na­no­weed®-Tech­no­lo­gie zer­stö­ren ge­zielt die Wur­zel­zel­len. Der Stau­den­knö­te­rich stirbt end­gül­tig ab und treibt nicht er­neut aus.

Keine an­dere Me­thode be­sitzt die nö­tige Wir­kungs­tiefe.

Nach der Strom­be­hand­lung kön­nen alle Pflan­zen­teile am bes­ten vor Ort ver­blei­ben. Über­las­sen Sie sie ein­fach der na­tür­li­chen Zer­set­zung. So ent­ste­hen nicht nur der ge­ringste Auf­wand und die we­nigs­ten Kos­ten – Sie ver­mei­den auch das Ri­siko der un­be­ab­sich­tig­ten Ver­schlep­pung, ei­nes der wich­tigs­ten Aus­brei­tungs­wege des Stau­den­knö­te­richs. Im Ide­al­fall be­ginnt man die Strom­be­hand­lung, wenn die Triebe noch re­la­tiv klein sind. Lange Triebe kön­nen um­kni­cken und den Men­schen be­rüh­ren. Dies könnte, bei lau­fen­der Be­hand­lung, zu ei­nem Strom­schlag füh­ren. Da­her sind lange Triebe zu­nächst auf ein un­ge­fähr­li­ches Maß zu kür­zen. Ab­ge­schnit­tene Pflan­zen­teile lässt man am bes­ten ei­nige Wo­chen aus­trock­nen und kom­pos­tiert sie, nach­dem sie zwei­fels­frei ab­ge­stor­ben sind.

Einhegung

Was tun, wenn der Stau­den­knö­te­rich be­kämpft wer­den soll, aber (noch) keine Wurzel-​Killer-​Elektrolanze zur Ver­fü­gung steht? Die Lö­sung dürfte für viele Be­trof­fene über­ra­schend sein: am bes­ten erst­mal gar nichts! Warum ist dies das Beste?

  • Ers­tens: Weil ein un­ge­stör­ter Be­stand in der Re­gel eine re­la­tiv ge­ringe Aus­brei­tungs­ge­schwin­dig­keit auf­weist.
  • Zwei­tens: Weil sich ein un­ge­stör­ter Be­stand viel leich­ter ver­nich­ten lässt als ei­ner, der „pro­vo­ziert“ wurde.
  • Und drit­tens: Weil Ab­war­ten ein­deu­tig eine recht kos­ten­güns­tige Op­tion ist.

Aber es gibt Aus­nah­men, in de­nen Hand­lungs­be­darf be­steht. Ein ty­pi­scher Fall ist der, dass sich der Stau­den­knö­te­rich in Rich­tung ei­ner Grund­stücks­grenze aus­brei­tet. Hat er sie ein­mal über­schrit­ten, dann wird es meist sehr schwer, ihn aus­zu­rot­ten. Häu­fig kön­nen sich be­nach­barte Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nicht auf ei­nen ge­mein­sa­men Be­kämp­fungs­plan ei­ni­gen. Dann kann der Knö­te­rich bis in alle Ewig­keit zwi­schen den Grund­stü­cken hin und her wan­dern.

Wenn Sie un­mit­tel­ba­ren Hand­lungs­be­darf se­hen, ge­hen Sie am bes­ten wie folgt vor. Zu­nächst mar­kie­ren Sie die Lage des ak­tu­el­len Be­stan­des dau­er­haft, zum Bei­spiel mit­tels ei­ner wit­te­rungs­fes­ten Ab­ste­ckung. Dies ist ab so­fort ein Ha­bi­tat, in wel­chem der Stau­den­knö­te­rich voll­kom­men un­ge­stört wach­sen darf!

Um das Ha­bi­tat herum mä­hen Sie im Som­mer­halb­jahr re­gel­mä­ßig, mög­lichst ge­nau an der im­mer glei­chen Grenz­li­nie ent­lang. Je häu­fi­ger Sie mä­hen, umso bes­ser. In­ner­halb der ab­ge­steck­ten Gren­zen des Ha­bi­tats dür­fen Sie den Stau­den­knö­te­rich nie­mals (wie­der) mä­hen, son­dern nur au­ßer­halb.

Tat­säch­lich ha­ben Sie bei kon­se­quen­ter Um­set­zung die­ser Stra­te­gie eine sehr große Chance, dass der Stau­den­knö­te­rich die „zu­ge­wie­sene“ Flä­che als sei­nen Le­bens­raum „ak­zep­tiert“ und sich nicht wei­ter in die Um­ge­bung aus­brei­tet. Au­ßer­dem lässt sich die­ser „un­be­rührte“ Be­stand spä­ter we­sent­lich leich­ter mit Strom be­kämp­fen, als wenn Sie gut­ge­meinte Be­kämp­fungs­ver­su­che un­ter­neh­men. Glau­ben Sie uns: Das spart Zeit, Geld und Ner­ven.

Transport

Jeg­li­cher Trans­port von Pflan­zen­tei­len des Stau­den­knö­te­richs birgt die Ge­fahr der Fragment-​Verschleppung, sei es nun beim Trans­port von kon­ta­mi­nier­tem Aus­hub, beim Ab­trans­port von Schnitt­gut, oder als An­haf­tung an Fahr­zeu­gen, Ma­schi­nen, Ge­rä­ten und Werk­zeu­gen (z. B. Mäh­werke, Mul­cher, Häcks­ler, Mo­tor­sen­sen).

Der un­be­ab­sich­tigte Trans­port durch den Men­schen stellt heute ei­nen der Haupt­ver­brei­tungs­wege des Stau­den­knö­te­richs dar. Für die Ent­ste­hung ei­nes neuen Be­falls ge­nügt be­reits ein Rhi­zom­frag­ment mit ei­nem Ge­wicht von nur 0,06 Gramm! Wirk­same Hy­gie­ne­maß­nah­men sind eher theo­re­ti­scher Na­tur und in der Pra­xis, auch auf­grund von Kos­ten­druck, kaum um­zu­set­zen. Häu­fig be­steht die beste Op­tion darin, den Knö­te­rich dort zu be­las­sen, wo er ist.

Entsorgung

Auf kei­nen Fall dür­fen Pflan­zen­teile oder kon­ta­mi­nier­ter Erd­aus­hub kom­pos­tiert oder in die freie Land­schaft ge­ge­ben wer­den. Mit Blick auf die Ver­brei­tungs­ri­si­ken beim Trans­port, die an­fal­len­den Kos­ten so­wie die schlechte Um­welt­bi­lanz muss die häu­fig emp­foh­lene ther­mi­sche Behandlung/​Verbrennung (z. B. durch Ent­sor­gung über den Rest­müll) kri­tisch ge­se­hen wer­den.

Eine sehr ein­fa­che, kos­ten­güns­tige und si­chere Mög­lich­keit be­steht darin, ab­ge­trennte ober­ir­di­sche Pflan­zen­teile ei­nige Wo­chen an der Luft zu trock­nen. Sie ver­lie­ren schnell ihre Vi­ta­li­tät und kön­nen, nach­dem sie braun ge­wor­den sind, der na­tür­li­chen Zer­set­zung über­las­sen bzw. zu­ge­führt wer­den. So­fern mög­lich soll­ten die Pflan­zen­teile auf ei­nem ge­eig­ne­ten Un­ter­grund ge­la­gert wer­den; hier­für ge­nügt z. B. eine Be­ton­flä­che. Die Pflan­zen­teile soll­ten nicht zu hoch ge­sta­pelt wer­den, so dass sie voll­stän­dig gut be­lüf­tet sind. In die­sem Sinne eig­nen sich na­tür­lich auch Git­ter­bo­xen her­vor­ra­gend für die Trock­nung, so­fern ver­füg­bar. Eine Über­da­chung ist un­nö­tig; zwi­schen­zeit­li­che Be­feuch­tung durch Nie­der­schläge hemmt das Ab­ster­ben der Pflan­zen­teile in der Re­gel nur ge­ring­fü­gig.

Die un­te­ren Teile der Stän­gel sind zwar prin­zi­pi­ell in der Lage Wur­zeln zu trei­ben, je­doch spielt dies in der Pra­xis keine große Rolle. Wenn es an ge­eig­ne­ten La­ger­flä­chen (wie oben be­schrie­ben) man­gelt, kann man ab­ge­trennte Stän­gel auch ein­fach an Ort und Stelle be­las­sen. Meist ha­ben sie kei­nen di­rek­ten Bo­den­kon­takt, da die ei­ge­nen Blät­ter bzw. der Bo­den­be­wuchs dies ver­hin­dern. Er­fah­rungs­ge­mäß ver­trock­nen sie zü­gig ohne an­zu­wur­zeln, so­fern sie lose lie­gen und nicht zu (schlecht durch­lüf­te­ten) Hau­fen auf­ge­schich­tet wer­den. Sie zer­set­zen sich dann auf na­tür­li­che Weise, so wie es die Stän­gel und Blät­ter des Stau­den­knö­te­richs je­des Jahr aufs Neue tun.