Staudenknöterich bekämpfen
Der Staudenknöterich wurde im 19. Jahrhundert aus dem asiatischen Raum nach Europa eingeschleppt und zählt bei uns zu den gefährlichsten Neophyten überhaupt. Ursprünglich versprach man sich von seiner Ansiedlung verschiedensten Nutzen. Doch inzwischen gilt er als große Bedrohung für die heimische Biodiversität und die Sicherheit (z. B. Verkehrssicherheit, Überflutungsschutz, Trinkwasserschutz). Deshalb ist man bemüht, seine weitere Ausbreitung aufzuhalten.
Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob Sie den Japanischen oder den Sachalin-Staudenknöterich vor sich haben, vielleicht auch eine Kreuzung bzw. eine Rückkreuzung. Alle Varianten besitzen eine ähnliches Schadpotenzial und sind ähnlich regenerativ, was die Ausrottung der Pflanzen bislang nahezu unmöglich machte.
Glücklicherweise spielt die Samenausbreitung kaum eine Rolle. In unseren Breiten dominiert die klonale Vermehrung. Insbesondere breitet sich der Staudenknöterich mittels seiner Rhizome aus. Dabei handelt es sich um Erdkriechsprossen, welche schwierige Bedingungen überdauern, sich rasant ausbreiten können und schnell neue Triebe bilden.
Falsche Bekämpfung
Alle gebräuchlichen Bekämpfungs-Methoden haben eine Gemeinsamkeit – sie sind nicht geeignet, den Staudenknöterich auszurotten. Einige dieser Verfahren haben eine weitere, äußerst tückische Eigenschaft. Sie veranlassen die Pflanze zu einer schnelleren Ausbreitung und führen so zu einem noch höheren Bekämpfungsaufwand.
Der Staudenknöterich erkennt, wenn er mehrfach abgemäht oder dauerhaft abgedeckt wird, sehr schnell die offenbar verschlechterten Umgebungsbedingungen. Er reagiert darauf, indem er nach neuen Lebensräumen sucht. Zu diesem Zweck treibt die Pflanze ihre Kriechsprossen mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung und „erkundet“ die Verhältnisse in der Nachbarschaft.
Wo der Knöterich bessere Bedingungen findet, da bildet er rasch neue, dichte Bestände. Andernfalls „sucht“ er weiter. Da die neuen Triebe nach der Mahd schwächer wirken als die alten, gewinnt mancher den Eindruck einer erfolgreichen Zurückdrängung. Doch dieser Eindruck täuscht, denn das wahre Problem wächst unsichtbar unter der Erde – jetzt erst recht.
Richtige Bekämpfung
Es ist notwendig, die Wurzeln des Staudenknöterichs zu zerstören. Elektrischer Strom kann durch die natürlichen Leitsysteme der Pflanze fließen und beliebig tief eindringen. Die speziellen Strom-Formen der Nanoweed®-Technologie zerstören gezielt die Wurzelzellen. Der Staudenknöterich stirbt endgültig ab und treibt nicht erneut aus. Keine andere Methode besitzt die nötige Wirkungstiefe.
Nach der Strombehandlung können alle Pflanzenteile am besten vor Ort verbleiben. Überlassen Sie sie einfach der natürlichen Zersetzung. So entstehen nicht nur der geringste Aufwand und die wenigsten Kosten. Sie vermeiden auch das Risiko der unbeabsichtigten Verschleppung, eines der wichtigsten Ausbreitungswege des Staudenknöterichs.
Im Idealfall beginnt man die Strombehandlung, wenn die Triebe noch relativ klein sind. Lange Triebe können umknicken und den Menschen berühren. Dies könnte, bei laufender Behandlung, zu einem Stromschlag führen. Daher sind lange Triebe zunächst auf ein ungefährliches Maß zu kürzen. Abgeschnittene Pflanzenteile lässt man am besten einige Wochen austrocknen und kompostiert sie, nachdem sie zweifelsfrei abgestorben sind.
Die Einhegung von Staudenknöterich
Was tun, wenn der Staudenknöterich bekämpft werden soll, aber (noch) keine Wurzel-Killer-Elektrolanze zur Verfügung steht? Die Lösung dürfte für viele Betroffene überraschend sein: am besten erstmal gar nichts! Warum ist dies das Beste?
Erstens: Weil ein ungestörter Bestand in der Regel eine relativ geringe Ausbreitungsgeschwindigkeit aufweist.
Zweitens: Weil sich ein ungestörter Bestand viel leichter vernichten lässt als einer, der „provoziert“ wurde.
Und drittens: Weil Abwarten eindeutig eine recht kostengünstige Option ist.
Aber es gibt Ausnahmen, in denen Handlungsbedarf besteht. Ein typischer Fall ist der, dass sich der Staudenknöterich in Richtung einer Grundstücksgrenze ausbreitet. Hat er sie einmal überschritten, dann wird es meist sehr schwer, ihn auszurotten. Häufig können sich benachbarte Grundstückseigentümer nicht auf einen gemeinsamen Bekämpfungsplan einigen. Dann kann der Knöterich bis in alle Ewigkeit zwischen den Grundstücken hin und her wandern.
Wenn Sie unmittelbaren Handlungsbedarf sehen, gehen Sie am besten wie folgt vor. Zunächst markieren Sie die Lage des aktuellen Bestandes dauerhaft, zum Beispiel mittels einer witterungsfesten Absteckung. Dies ist ab sofort ein Habitat, in welchem der Staudenknöterich vollkommen ungestört wachsen darf!
Um das Habitat herum mähen Sie im Sommerhalbjahr regelmäßig, möglichst genau an der immer gleichen Grenzlinie entlang. Je häufiger Sie mähen, umso besser. Innerhalb der abgesteckten Grenzen des Habitats dürfen Sie den Staudenknöterich niemals (wieder) mähen, sondern nur außerhalb.
Tatsächlich haben Sie bei konsequenter Umsetzung dieser Strategie eine sehr große Chance, dass der Staudenknöterich die „zugewiesene“ Fläche als seinen Lebensraum „akzeptiert“ und sich nicht weiter in die Umgebung ausbreitet. Außerdem lässt sich dieser „unberührte“ Bestand später wesentlich leichter mit Strom bekämpfen, als wenn Sie gutgemeinte Bekämpfungsversuche unternehmen. Glauben Sie uns: Das spart Zeit, Geld und Nerven.
